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Berlin, 14. August 2011

Schattenwurf in Berlin

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Und da in diesem Jahr bei mir noch nicht allzu viel passiert ist, interpretiere ich die zunehmende Dunkelheit um mich herum als ein Zeichen - es tut sich was!

Es war aber auch eine lange Zeit des Schweigens - fast ein Jahr habe ich nichts mehr geschrieben. Dabei ist es nicht so, dass ich das Reisen aufgegeben habe. Im Gegenteil - bei genauer Betrachtung möchte ich meinen, dass ich in diesem Jahr so viel Unterwegs war wie selten zuvor. Wochenlang in Wien, außerdem wie immer in Salzburg, in Krems. Dazu ein paar wundervolle Tage auf dem Rad und auf dem Wasser, buchstäblich gekrönt von einer schwindelerregenden Gipfelbesteigung - alles in allem eine ziemlich erfüllte Zeit.

Aber gleichzeitig hatte ich wohl so etwas wie eine Schreibblockade. Je mehr passiert ist, desto weniger wollte ich dazu schreiben. Und in den letzten Monaten hat die Welt Einiges an Ereignissen zu bieten gehabt, dass zu kommentieren wert gewesen wäre. Doch das habe andere getan - wozu sollte ich auch noch meine Gedanken über Erdbeben, Flutwellen, explodierende Kernkraftwerke, Energiewenden, Finanzkrisen und ähnliche Katastrophen ausbreiten. Da sinniere ich doch lieber über das aktuelle Wetter und damit zumindest über etwas Greifbares. Gut, beeinflussen kann ich es nicht, aber das kann ich bei all den anderen erwähnten Katastrophen auch nicht. Also das Wetter...

Wolken

Was habe ich in Wien geschwitzt - das war im Mai. Der frühe Sommer kündigte sich ja dieses Jahr bereits zu Ostern an. Alle paar Jahre gibt es mal wieder so ein Ostern, zu dem man sich leicht bekleidet in die Sonne legen kann, ohne eine ernsthafte Unterkühlung zu riskieren. Dieses Jahr war es wieder einmal soweit. Und die Wärme setzte sich fort bis in den Juni.

Da es allerdings seit Mitte Juli praktisch nur noch regnet, vergisst das mancher gerne. Dennoch - wir hatten auch dieses Jahr unsere warmen Tage. Und ich will über das aktuelle Wetter überhaupt nicht klagen. Denn immerhin bietet es, wenn schon keine strandtauglichen Temperaturen, doch wundervolle Wolkenformationen am Himmel.

Hm. Große Ereignisse. Ja, der Schatten eines solchen ist momentan für mich deutlich zu sehen. Besorgt sein muss ich wohl nicht - es steht mir nichts bevor, was ich nicht schon gemeistert hätte. Dennoch wirken diese Tage vorher wie die Ruhe vor dem Sturm. Man wartet, dass es endlich losgeht. Jede Sekunde kann es soweit sein. Aber vermutlich wird es mich wie beim letzten Mal im Schlaf treffen. ICh werde ins Bett gehen - und wenn ich am nächsten Morgen die Augen öffne, ist in meinem Leben nichts mehr wie vorher. Aber warten wir's ab - es bleibt spannend...

 

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